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Matthias Eckardt

Apple im Dornröschenschlaf – oder das Dilemma des Mac-Anwenders

Apple im Dornröschenschlaf – oder das Dilemma des Mac-Anwenders

14.12.2016     me

Ein Jahr ohne News-Meldung. Hiermit melde ich mich doch noch einmal für 2016 zurück. Man könnte dies fast als einen Jahresrückblick lesen. Dies ist mein einziger Blog-Post 2016 – und er kommt nach fast einem Jahr des Hiatus. Was war das für ein Jahr! Bud Spencer ist tot – und darüber hinaus leider noch etliche tolle Menschen mehr.
Doch das ist nicht der Anlass für diesen Blog-Eintrag. Auch Apple war 2016 lange scheintot, was die Computersparte anbetrifft.

Das lang erwartete neue MacBook Pro wurde erst am 27. Oktober vorgestellt. Doch dann aber mal gleich richtig schön teuer und intern nicht aufrüstbar mit günstigeren Komponenten von Drittherstellern. Ein USB-Adapter in der Schachtel des neuen Edel-Laptops hätte der an sich überfälligen Anschlussrevolution besser gestanden. Stattdessen muss alles nachgekauft werden. So ist es also nicht möglich, ein iPhone, iPad oder eine USB-Tastatur sofort nach dem Auspacken unterm Weihnachtsbaum anzuschließen.

Der iMac kam 2016 auch nicht mit neuer Austattung. Der einst als Arbeitsstier gelobte Mac Pro und der ebenfalls monitorlose Mac Mini existieren bei Apple scheinbar nur noch auf dem Papier. Deren Konfigurationen sind teilweise über 1000 Tage alt – also nur noch überteuerter Elektroschrott. Ein eigener Monitor wurde auch aus dem Programm genommen und stattdessen auf designbefreite Plastikmonster von LG verwiesen. Unverständlich. Apple hätte LG ja wenigstens mal eine ansehnliche Behausung für den nun empfohlenen Thunderbolt-3-Bildschirm spendieren können.
Das Mac-Sortiment besteht trotz eines Upgrades des 12-Zoll-Modells im Frühjahr zum Großteil aus veralteter Hardware. Bis Oktober wurde noch ein Basismodell des MacBook Pro 13” auf dem Stand von 2012 als neu verkauft, weil es der einzige Mac mit eingebautem DVD-Laufwerk und Brenner war. Die Nachfrage bestand also weiterhin. Doch seit Herbst gibt es keinen Mac mehr zu kaufen, um damit unterwegs DVDs zu schauen. Unerfreulich nur, wenn das WLAN im ICE lahmt und der Download des Wunschfilms via iTunes zuhause vergessen worden ist. Zwar sind Filme bei iTunes preislich nicht überteuert und auch nach einem Rechnerkauf via iCloud weiterhin verfügbar. Doch wer garantiert mir als Käufer, dass Apple in 5 Jahren nach einem neuerlichen Sinneswandel oder möglichem geplatzten Lizenzdeal mitteilt, dass mir die bezahlten Filme nun nicht mehr gehören? Es ist ja gar nicht schlimm, wenn auch ältere Modelle wie etwa das MacBook Air 13” weiter angeboten werden. Doch wieso ziehen auf der einen Seite die Preise bei den Neuvorstellungen an und die an sich veralteten Modelle im Apple-Sortiment werden weiterhin als neu zum vollen Preis von 2015 verkauft?
2 Mit Touch Bar zum Anfassen… Wie von Trump bestellt, darf man sein neues und teureres MacBook Pro mit Touch Bar und Touch ID nun regelmäßig ungestraft befummeln

Wer sich abseits von iPhone 7, iPad, Apple Watch Series 2 und Pokémon GO oder Super Mario Run professionell mit Apple auseinandersetzen muss, für den ist dies ein sehr enttäuschendes Jahr gewesen. Der Mac auf dem ich schreibe, ein MacBook Pro 15” in hochgerüsteter BTO-Vollausstattung vom März 2011, ist von Apple zum Jahresende 2016 als obsolet eingestuft worden und somit nicht mehr reparierbar. Zum Glück spendierte Apple erst im September 2015 wegen einer fehlerhaften Grafikkarte kleinlaut kostenlos eine komplett neue Hauptplatine. Ich jedoch warte immer noch auf einen Kaufanreiz bei den neuen Geräten, sofern diese überhaupt zeitnah lieferbar sind. Microsofts Marketing springt auf den Zug auf und behauptet Anfang Dezember frech, die steigenden Verkäufe beim Surface Pro resultierten zum großen Teil aus enttäuschten Apple-Kunden. Einen Beweis oder ein Testimonial dazu kenne ich nicht. Windows ist für mich lediglich dazu da, um auf einem Mac in Boot Camp oder noch besser als virtuelle Maschine zu laufen, um keinen Schaden anzurichten. Und das klappt noch ganz gut mit meinem aktuellen i7 Quadcore.

Im November machte die Nachricht die Runde, dass der langjährige Scripting-Guru und Produktmanager Sal Soghoian nicht mehr bei Apple tätig ist und vermutlich entlassen wurde. Auch das sind keine guten Neuigkeiten, für alle, die professionell mit macOS arbeiten müssen. Geben wir also Apple eine neue Chance, auch wenn es im Moment danach aussieht, das vieles gerade vermasselt wird und der Profit vor allem anderen kommt.

Apple hat allen Grund dazu 2017 endlich wieder seit langem zu beweisen, dass man sich auf seine Wurzeln besinnt und echte und bezahlbare Alternativen zu Windows-PCs anbietet. Aber die Frage, die sich allen stellt, lautet ja vielmehr, “Hat Apple dies nötig oder stellt man lieber zeitnah eine Apple Watch Series 3 mit großem Brimborium vor?” Ich hoffe, dass Apple 2017 aufwacht. Bud Spencer ist tot, doch die Hoffnung stirbt zuletzt.